Weihnachten "C"
Lukas 2,6-20
Als Maria und Josef in Betlehem waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.
Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn

Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt
Der Evangelist Lukas erzählt aus der frühesten Kindheit Jesu. Diese Erzählung verleitet uns Menschen, sie auch erzählerisch darzustellen. Dabei steht die Anmut so sehr im Mittelpunkt, daß wir die Armut und Herablassung Gottes, die in diesem Geschehen zum Ausdruck kommt, nicht so recht in uns aufnehmen können. Der heilige Franziskus dagegen wollte aber eben diese Armut und Demut Gottes betrachten, als er in Greccio das Geschehen von Betlehem darstellen ließ. Auch der Evangelist verkündet durchaus diese Armut, in der Gottes Sohn Mensch wurde. Er erzählt, daß für Maria die Zeit ihrer Niederkunft kam, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wic kelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. Selbst wenn es damals nicht unüblich war, daß Gäste in einer Höhle oder in einem Stall übernachteten, so war es doch ungeheuerlich, daß der Retter und Heiland der Menschen, Gottes Sohn, solches auf sich nehmen mußte und auf sich nahm. Wenn er damals in Armut geboren wurde, dann könnte es sein, daß er geistig-geistlich immerzu in Armut geboren wird, vielleicht in jener Frau, die untröstlich um ihren Mann trauert, oder in dem Bettler, der seinen Schlaf auf der Kirchenbank nachholt, oder in mir, wenn ich meine, mein Leben sei ohne Erfolg und zu wenig nütze für Gott und die Menschen. Ich kann mich fragen, ob ich den Herrn in meiner und der Menschen Armut entdecke. Wenn nicht, so könnte es sein, daß ich noch zu den Menschen gehöre, die vor Gott nicht arm sind. Zu den Aussagen der Armut des Jesuskindes im Stall gehört, daß die Botschaft von der Geburt Jesu zuerst den Hirten verkündet wird. Sie waren die Armen und Verachteten bei den gesetzestreuen Juden; denn sie konnten die Gesetzesvorschriften von Berufs wegen nicht einhalten. Zu ihnen kam der Engel und sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Daß den Hirten die frohe Botschaft zuerst verkündet wird, heißt für uns und für mich, wir sollten allen Hochmut ablegen. Als vor Gott arme Menschen werden wir eher den Retter und Herrn in den Menschen und in den Zeichen finden, in die er eingeborgen ist. Damals, so heißt es im Evangelium, als die Engel die Hirten verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten sie zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Die Hirten erkannten in dem Kind ihren Herrn, von dem ihnen der Engel gesprochen hatte. Es fällt uns mitunter schwer, das Zeichen, das uns im Evangelium verkündet wird, zu sehen und darin den Herrn zu erkennen; denn in seinem Wort, in den Sakramenten oder in jedem Menschen, besonders im armen Menschen, wird der Herr täglich unter uns in Armut geboren.

Verherrlicht ist Gott in der Höhe
Doch noch eines scheint mir wichtig zu sein in diesem Evangelium. Es heißt da: Plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade. Wir konnten bis jetzt den Eindruck haben, daß es nur um uns Menschen geht. Jesus ist Mensch geworden, um uns Menschen zu erlösen. Diese Erlösung soll dem ganzen Volk zuteil werden. Doch wäre dies nur die halbe Wahrheit; denn es geht nicht nur um den Menschen, sondern auch um die Ehre Gottes. Darauf macht uns der Gesang der Engel aufmerksam. Ich muß immer an die Krippe denken, die in meiner Jugendzeit in meiner Heimatkirche gestanden hat. Es befand sich über der Krippe ein großes Spruchband mit der Inschrift: Ehre sei Gott in der Höhe. Dieses Spruchband hatte es mir angetan. Ich weiß von der übrigen Darstellung nicht mehr viel, doch dieses „Ehre sei Gott in der Höhe“ habe ich klar vor Augen. Vergebens suche ich es heute an vielen Krippendarstellungen. Ob wir nur an uns Menschen denken? Schenken wir Gott die Ehre. Die Hirten waren die ersten, die den Lobpreis der Engel fortgesetzt haben. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn. Heute sind es wir, die Gott loben und preisen dürfen. Ja selbst im Leid und im Leiden können wir Gott noch danken und loben; denn es könnte sein, daß der Herr gerade im Leid in uns geboren werden will. Und wenn es so ist, dann wird er nicht nur für uns geboren, sondern zum Heil vielleicht noch vieler anderer Menschen.
Wie gut, daß Gott im Stall geboren wurde, so kann ich IHN auch in allen meinen geringen Situationen finden und auch in den geringsten Lebenssituationen der Menschen. Kein Mensch ist für Gott zu gering, keine Not zu groß. Gott bleibt in jedem, der auf IHN seine Hoffnung setzt. Dafür laßt uns IHM danken und ihm die Ehre schenken.