GABENGEBET
Gott, unser Vater, wir feiern den Tag, an dem du Jesus als deinen geliebten Sohn geoffenbart hast.
Nimm unsere Gaben an und mache sie zum Opfer Christi, der die Sünden der ganzen Welt abgewaschen hat. Er, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Gott, unser Vater, wir feiern den Tag, an dem du Jesus als deinen geliebten Sohn geoffenbart hast.
Wiederum beten wir „Gott, unser Vater“. Ich stelle immer wieder fest, dass es mir nicht immer gelingt, mit „meinem Herzen“ – das ist der Ausdruck meines Lebens, meines Lebensinhaltes – vor Gott, unserem Vater im Himmel, zu leben. Vielleicht würde mir das gar nicht bewusst, wenn ich nicht die „Gedanken“ schreiben würde. Heute beten wir, dass wir den Tag feiern, an dem Gott Vater Jesus als seinen geliebten Sohn geoffenbart hat. Als Jesus sein öffentliches Wirken begann, kam er an den Jordan. Dort traf er Johannes (der seither Johannes der Täufer genannt wird, weil er Jesus getauft hat). Ihn bat Jesus, dass er ihn taufe. Es gibt in der Theologie viele Fragen zu dieser Taufe, zum Beispiel, warum Jesus überhaupt einer Taufe bedurfte – denn die Taufe macht uns erst zu Gotteskindern. Jesus war aber schon Gotteskind. War die Taufe also nur zum Schein? Ich meine aus dem Studium noch zu wissen, dass Jesus als Mensch das erbsündliche Menschsein ganz angenommen habe, er darum als Mensch keine Ausnahme mache. Es muss noch etwas dazu gesagt werden. Unsere Taufe gründet im Tod und in der Auferstehung Jesu. - In der Zeit der ersten christlichen Jahrhunderte sagte man auch, man wird auf den Namen Jesu getauft.- Die christlichen Theologen mussten darum klären, ob das richtig ist. Und es wurde von der Kirche entschieden, dass nur die Taufe gültig ist, die auf den Namen des Dreifaltigen Gottes gespendet wird. –Ich hatte für zwei Semester einen Professor in Dogmatik, der dies bestritt und lehrte, daß auch die Taufe auf den Namen Jesu gültig sei. Mir schien das allerdings eher „Widerspruchsgeist“ als dogmatische Lehre zu sein. – Wer sich taufen lässt, der wird in das Leben Jesu und damit in das Leben des Dreifaltigen Gottes hinein genommen; er bekommt Anteil am göttlichen Leben. Dieses Leben kennt keine Sünde, das heißt: keine Trennung von Gott. Bei der Taufe werden daher sowohl die von Adam und Eva geerbte Sünde (genannt: Erbsünde), als auch alle anderen, selbst verursachten Sünden getilgt. Aus diesem Grund gab es eine Zeit, in der die Menschen sich erst auf dem Sterbebett taufen ließen, um „sündenlos“ bei Gott anzukommen. Dies wurde jedoch von der Kirche als nicht gut zurückgewiesen. Das Gabengebet möchte auf etwas anderes hinweisen, nämlich dass anlässlich der Taufe Jesu im Jordan Gott sich als der Vater Jesu und damit Jesus als seinen Sohn geoffenbart hat. Kein Mensch hätte sonst gewusst, wer Jesus ist. Er wäre vielleicht als Mensch mit besonderen Kräften angesehen worden. Hier wird zugleich gesagt, dass nur Gott, der Vater, Jesus als „seinen Sohn“ offenbaren konnte. Zudem offenbart er ihn als „seinen geliebten Sohn“. Hier denke ich an eine Frage, die mir schon öfter gestellt wurde. Wenn Gott Vater seinen Sohn liebt, wie kann er ihn den Händen der Menschen ausliefern, die ihn zum Tod verurteilen? Es gab offensichtlich keine andere Möglichkeit, den Menschen vom ewigen Tod zu retten. In dieser Liebe des Vaters zu seinem Sohn zeigt sich zugleich die Liebe Gott Vaters zu uns Menschen. Um des Menschen willen musste Jesus diesen Weg gehen. Das Gabengebet fährt darum fort: Nimm unsere Gaben an und mache sie zum Opfer Christi, der die Sünden der ganzen Welt abgewaschen hat. Unsere Gaben sind an sich wertlos vor Gott. Erst wenn Gott Vater sie annimmt und in das Leben Jesu, seines Sohnes, wandelt, können sie für uns Sünden tilgend und Leben spendend sein. Die Theologie hat sich auch mit der Frage befassen müssen, ob Jesus sich bei jeder Heiligen Messe aufs Neue darbringt, oder ob das eine Opfer seines Lebens für alle Zeiten gültig ist ? Diese Frage wurde so beantwortet, dass Jesus einmal sein Leben als Opfer hingegeben hat. Bei der Heiligen Messe geschieht die „unblutige Erneuerung“ des Opfers. Darum betet auch unser Gebet, dass Jesus mit seinem Lebensopfer die Sünden der ganzen Welt – aller Zeiten - abgewaschen hat. |