4. Sonntag der Fastenzeit "C"
2 Korinther 5,17-21
Schwestern und Brüder! Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat. Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung (zur Verkündigung) anvertraute. Wir sind also Gesandte an Christi Statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi Statt: Laßt euch mit Gott versöhnen! Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.

Laßt euch mit Gott versöhnen!
Die Lesung des heutigen Sonntages möchte uns ermahnen und ermuntern, uns „mit Gott versöhnen“ zu lassen. Die Österliche Bußzeit ist eine Zeit der Umkehr zu Gott hin, der uns Versöhnung schenken möchte. Dies tut er durch Menschen, die den Auftrag von ihm bekommen haben, den Menschen die Versöhnung zuzusprechen. Der Apostel Paulus begründet in dem Wort, das wir heute hören, diesen seinen Auftrag.
Verkündigung) anvertraut. In der Gemeinde zu Korinth gab es Leute, die den Auftrag des Apostels in Frage stellten. „Was will dieser Paulus schon“, argumentierten sie. Das hat den Apostel veranlasst, den Christen zu Korinth ein zweites Mal zu schreiben. Bei dieser Gelegenheit schreibt und verkündet er grundlegende Wahrheiten und Wirklichkeiten des Glaubens. Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Mit Christus hat ein neue Zeit begonnen. Er ist der Anfang der neuen Schöpfung. Jeder, der an seinem Leben Anteil hat, ist Teil dieser neuen Schöpfung. Der Christ ist der neue Mensch. Die Kirche ist neue Schöpfung. Nun können wir fragen, ob diese Weltsicht nicht an der Wirklichkeit vorbeigeht. Es herrschen Tod und Verderben, auch seit Jesu Tod. „Die Christen sind nicht besser als die anderen Menschen,“ sagen viele. Wo ist der neue Mensch, die neue Schöpfung? All dies ändert nichts an der Wirklichkeit, dass in Jesus Christus etwas Neues begonnen hat. Sein Leben war der Beginn eines menschlichen Lebens, das wieder ganz mit Gott lebt, ohne Untreue und ohne Sünde. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden, schreibt der Apostel. Er hat den Herrn erfahren und erlebt. Der Herr, der als Mensch unter uns lebte, hat sein Menschsein nicht abgelegt, er hat es vielmehr verwandelt oder neu gemacht. In IHM geschah der Neuanfang. Die Trennung des Menschen von Gott durch die Sünde ist durch Jesus Christus aufgehoben.
Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt hat.... Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete schreibt der Apostel. Gott ist der Schöpfer von Welt und Menschen. Dies ist die Botschaft des ganzen Alten Testamentes. Gott hat diese Welt ins Dasein gerufen, und er erhält sie. Darum kann auch nur Gott den Anfang der neuen Schöpfung ins Werk setzen. Dies hat er getan, indem er durch seinen Sohn Jesus Christus die Welt mit sich versöhnt hat. Gott hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden. Gott hat seinem Sohn, obwohl dieser keine Sünde kannte, die Sünde und die Sünden der ganzen Welt und Menschheit aufgeladen, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden. Wir haben unsere Gerechtigkeit vor Gott nicht aus uns selbst, sondern Jesus Christus hat uns diese mit seinem Todesleiden ermöglicht. Er hat uns den Zugang zu Gott nach dem Sündenfall wieder eröffnet. Kein anderer Mensch konnte dies bewirken, nur der Gottmensch Jesus Christus. Kein Mensch kann sich darum selbst erlösen. Alle Erlösung ist reines Geschenk von Gott durch Jesus Christus. Alle Opfer des Alten Bundes konnten keine einzige Sünde tilgen, und auch kein Opfer, das wir Gott bringen, kann eine unserer Sünden tilgen. Ich denke wieder an meine Studienzeit. Die Erkenntnis, dass ich mit keinem Opfer eine Sünde tilgen kann, war für mich schwer zu fassen, war ich doch ins Kloster gegangen, um für meine Sünden zu büßen. Auch hatte ich von Franziskus gelesen, dass er viele Opfer gebracht und großen Verzicht auf sich genommen hat. Ich meinte, er sei gerade deshalb ein so großer Heiliger geworden, weil er so hart gegen sich selbst war. Immer wieder musste ich mir sagen lassen, dass Gott selbst es ist, der mir meine Sünden vergibt. „Was also“, fragte ich mich, „soll mein Verzicht bewirken?“ Dieser ist nur sinnvoll im Leben mit dem Herrn. Nicht der selbstgesuchte Verzicht ist dabei entscheidend, sondern der Verzicht, der sich aus dem Leben mit dem Herrn ergibt.
Kehren wir zum Apostel Paulus zurück. Überzeugt, dass Gott einen Neuanfang in Jesus Christus gemacht hat, wusste er, wie wichtig es war, diese Botschaft weiterzusagen und weiterzutragen. Zwei Anliegen brannten daher in seiner Seele: Gott hat uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen, und laßt euch mit Gott versöhnen! Der Apostel ist sich seiner Sendung ganz sicher. Gott hat ihn durch den auferstandenen Herrn vor Damaskus berufen. Er hat ihm tiefen Einblick in das Leben, in Kreuzestod und Auferstehung seines Sohnes geschenkt. Er weiß sich berufen, die Botschaft von der Erlösung zu verkünden. Wir sind also Gesandte an Christi Statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi Statt: Laßt euch mit Gott versöhnen! Was der Apostel damals den Christen zu Korinth geschrieben hat, ist für alle Generationen fortan gültig. Gott braucht Menschen, die sich als „Gesandte Christi“ senden lassen. Einst hat Gott den Saulus zum Apostel Paulus berufen. Auch heute ist er es, der die Berufungen schenkt. Doch lässt er den Menschen die Freiheit, zu der Berufung ja oder nein zu sagen. Wir können den Herrn bitten, dass er auch heute Menschen beruft und sie so an sich zieht, dass sie seinem Ruf folgen und den Auftrag erfüllen, die Menschen zu mahnen und zu bitten, „sich mit Gott versöhnen zu lassen“; denn nur so wird die Erlösungstat Jesu Christi unter uns Menschen fruchtbar. So gilt für uns alle: Laßt euch mit Gott versöhnen!