Römer 5,1-5
Schwestern und Brüder! Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber läßt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Wir haben Frieden mit Gott durch Jesus Christus.
Der Text aus dem Römerbrief wurde im Hinblick auf das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit ausgewählt. Wir hören darin von allen drei göttlichen Personen. Durch Jesus Christus sind wir mit Gott (Vater) versöhnt, und der Heilige Geist hat uns die Liebe Gottes geschenkt. Fragen wir nun den Text, was er uns weiter zu sagen hat.
Es wird gut sein, zuerst das Leben des heiligen Paulus, der den Brief an die Christen zu Rom geschrieben hat, zu bedenken. Der Apostel Paulus war Jude und in der jüdischen Religion groß geworden. Den Juden wurde von Moses das Gesetz gegeben. Für dieses Gesetz hat Paulus gekämpft und darum die Christen verfolgt. Vor Damaskus hat er Christus, den auferstandenen Herrn erlebt. Dies brachte die Wende in seinem Leben. Fortan kämpfte er nicht mehr gegen Christus und die Christen, sondern für den Herrn. In dem Erleben vor Damaskus hat er erkannt, dass es nur einen Zugang zu Gott gibt, den durch Jesus Christus und das als freies Geschenk, aus reiner Gnade. Darum kann er den Christen zu Rom schreiben: Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Gott hat Schöpfung und Welt ins Dasein gerufen. Für Paulus ist es unumstößliche Wahrheit, dass der Mensch sich durch die Sünde von seinem Schöpfergott getrennt hat. Durch das Geschehen vor Damaskus hat der Apostel erkannt, dass eben dieser Jesus, den er in den Christen verfolgt, die Sünde getilgt und damit die Trennung aufgehoben hat. Nicht das Vollbringen eigener Werke kann die Verbindung zu Gott wieder herstellen, sondern nur Jesus Christus selbst. Sich IHM anzuschließen, ist die einzige Möglichkeit, zu Gott zu kommen. Nun ist es uns nicht mehr möglich, uns wie die Jünger dem Herrn anzuschließen, wir können es nur im Glauben tun.. Darum schreibt der Apostel: Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Im Glauben nehmen wir die Erlösung an. Wir hören die Botschaft von unserer Rettung durch den Herrn. Wenn wir ihr glauben, haben wir „Frieden mit Gott“. Wir lassen uns durch sie in das Leben des Herrn hineinnehmen. Er ist es, der uns gerecht macht, er ist unser Friede. Dieser Friede mit Gott könnte und sollte unser ganzes Leben prägen. Dafür ist es notwendig, sich des Lebens, das uns der Herr schenkt, bewusst zu werden. Je mehr wir von diesem Leben erfüllt sind, um so weniger hat der Unfriede in unserem Herzen Platz. Letztlich ist aller Unfriede Kampf um das Leben. Von der Geburt an muss der Mensch um sein Leben kämpfen. Je mehr er von Kind an Leben geschenkt bekommt, um so weniger braucht er zu kämpfen. Die Verbundenheit mit dem Herrn ist Verbundenheit mit dem Leben, darum könnte der Christ ein Mensch des Friedens sein. Die Schwierigkeit ist der Glaube. Paulus sagt, dass wir Frieden mit Gott durch den „Glauben“ haben. Trotz der Schwierigkeit sollten wir unser Leben im Gauben immerzu füllen lassen vom Leben des Herrn, damit der Friede Gottes unser Leben füllen und prägen kann.
Der Apostel schreibt weiter: Durch ihn (Jesus Christus) haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Durch Jesus Christus haben wir „Gnade“ erhalten. Gemeint ist das Leben Gottes, das uns der Herr durch Tod und Auferstehung erworben hat. Gnade heißt: wir haben dieses Leben mit Gott nicht verdient. Es ist reines und freies Geschenk des Herrn an uns Menschen. Ich entsinne mich meiner Not im Studium. Von Kind an hatte ich gelernt, dass die Werke in unserem Leben mit Gott von großer Bedeutung sind. Nun hörte ich, dass ich mit keinem meiner Werke die Verbundenheit mit Gott schaffen kann, dass dies reine Gnade, allein das Geschenk Gottes ist. Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich in der Tat nicht über das Leben Gottes verfügen kann, doch das braucht mich nicht zu entmutigen, denn Jesus ist doch Mensch geworden, um uns dieses Leben zu ermöglichen. Es kann sich daher immer nur um ein Mitwirken mit der Gnade handeln. Je inniger das Verhältnis eines Menschen zum Mitmenschen ist, um so mehr wird er sich für dessen Leben einsetzen. So lässt sich erklären, dass die „Heiligen“ große Taten vollbracht haben, denn sie hatten eine innige Beziehung vom Herrn geschenkt bekommen. Nicht ihre Taten haben sie groß gemacht, sondern die Verbundenheit mit dem Herrn hat ihnen Kraft zum Tun geschenkt. In dieser Verbundenheit konnten sie Zeugnis geben von der Herrlichkeit Gottes, die sie in der Ewigkeit erwartet.
Der Apostel Paulus schreibt: Wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Ich fand dazu einen guten Gedanken in einem Kommentar. Er besagt, dass der Mensch die „Bedrängnis“ abschütteln oder davon frei sein möchte, dies bedeutet meistens Kampf. Der Apostel schreibt, dass er in der Bedrängnis aushält und dass dieses Aushalten Geduld, Bewährung und Hoffnung schenkt. Der Christ hat die Möglichkeit, die „Bedrängnis“ anzunehmen, wie Jesus sie angenommen hat, und sie dadurch zu „bewältigen“. Nicht die Flucht aus ihr oder der Kampf gegen sie bringt Heilung, sondern das Durchstehen. Dies kann der Christ, weil er „die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist geschenkt bekommen hat“. Sie verbindet uns mit Gott. Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. - Möge es für uns alle Wirklichkeit sein! Komm Heiliger Geist!
|