Ostersonntag
TAGESGEBET
Allmächtiger, ewiger Gott,
am heutigen Tag
hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt
und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen.
Darum begehen wir in Freude das Fest seiner Auferstehung.
Schaffe uns neu durch deinen Geist,
damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

...hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt
Heute macht es richtig Freude, das Gebet zu betrachten. Es geht darin um den allmächtigen Gott und um die Geschichte des Menschen und der ganzen Menschheit. Gott hat in seiner Allmacht Erd und Himmel geschaffen. Und er schuf das erste Menschenpaar mit dem Auftrag, sich zu mehren. Nur eine Bedingung hatte er Adam und Eva gestellt: Sie durften nicht vom Baum des Lebens, der in der Mitte des Paradieses stand, essen. Gott verlangte Gehorsam gegenüber ihm und seinem Gebot. Doch das erste Menschenpaar wurde „ungehorsam“. Eva hat, verführt vom Teufel, vom Baum des Lebens gegessen und auch ihrem Mann davon gegeben. Zur Strafe, so heißt es im Buch Genesis, vertrieb Gott den Menschen aus dem Paradies. „So trieb ihn der Herr Gott aus Edens Garten, damit er den Erdboden bebaue, daraus er genommen war.“ Und da er aus Staub genommen war, sollte er auch wieder zum Staub zurückkehren. „Denn Staub bist du und kehrst zum Staube wieder“(Gen 3,19). Der Tod ist die Folge der ersten Sünde. Wie schon einmal erwähnt: In der Ordenstheologie wird von einigen Fachleuten gesagt, dass das Gelübde des Gehorsams das zentrale sei, es würde die anderen beiden Gelübde Ehelosigkeit und Armut umfassen.
Wenn wir beten „am heutigen Tag“, dann werden wir daran erinnert, dass Gott letztlich keine „Zeit“ kennt. Bei ihm gibt es nur ein „Ewiges Heute“. Für uns Menschen hat Gott durch seinen Sohn in „unserer Zeit“ den Tod besiegt. Dieser „Sieg“ kommt aus der Gehorsamstat Jesu gegenüber seinem Vater. Jesus hat in der Wüste dem Versucher widerstanden. Er hätte Steine zu Brot machen können. Ebenso hat er am Kreuze ausgehalten, obwohl er „Gottes Sohn“ war, wie die Lästerer geschrieen haben: „Steig doch herab vom Kreuz, wenn du Gottes Sohn bist!“ In der Gehorsamstat Jesu wurde der Ungehorsam Adams gesühnt und aufgehoben. (Darum wird auch von Jesus als dem zweiten Adam gesprochen).Durch die Gehorsamstat Jesu hat auch der Tod nicht mehr das letzte Wort, sondern das „ewige Leben“. Das „Paradies“ ist nicht mehr verschlossen. Das Tor ist geöffnet. In Jesus Christus ist uns erneut die Möglichkeit geschenkt, ins Paradies des Himmels zu kommen, denn nicht der Tod Jesu ist die letzte Station seines Lebens, sondern die Auferstehung und die Heimkehr zu seinem Vater. Jesus ist nicht im Tod geblieben, denn der Tod hatte keine Macht über ihn. Das Leben Gottes ist stärker als der Tod; stärker als die Macht des Teufels, dessen Macht zum Tode führt.
Mit dem Sieg über den Tod hat Jesus Christus auch dem Menschen über den Tod hinaus neue Hoffnung gegeben. Jeder, der sich dem auferstandenen Herrn in diesem vergänglichen Leben anschließt, kann Anteil am unvergänglichen Leben, an der Auferstehung des Herrn, geschenkt bekommen. Dies ist in der Tat ein Grund zur Freude, wie es unser Gebet betet: „Darum begehen wir in Freude das Fest seiner Auferstehung.“ In seiner Auferstehung ist uns der letzte Sinn auch unseres Lebens gegeben. So mancher Mensch, der hier auf der Erde Mühsal und Not durchleben muss, wird sich freuen, wenn er für die Ewigkeit einen Ausblick hat. Es geht um mehr als ihn zu vertrösten, dass die Last des irdischen Lebens ein Ende hat, es geht um die Hoffnung auf ein neues Leben bei Gott. Gewiss, wir Menschen hängen an unserem irdischen Leben, und das ist gut so, sonst würden viele Menschen sich selbst das Leben nehmen. Doch für den Christen ist der eigentliche Grund, Mühsal, Not und Tod anzunehmen, der Ausblick auf die Ewigkeit, in der er Anteil an der ewigen Freude erhält. Das kann hier auf der Erde das Schicksal des Christen erleichtern, da die Freude über die Auferstehung, die Freude über seine Zukunft und die Kraft des auferstandenen Herrn ihn durch das Leben tragen.
Dieses Leben mit dem auferstandenen Herrn ist ein Leben aus dem Glauben. Doch Glauben ist immer auch ein Geschenk von Gott. Darum können wir diesen nur immer wieder von Gott erbitten. In diesem Glauben können wir ihn auch bitten, wie wir es heute tun: „Schaffe uns neu durch deinen Geist, damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln.“ Eigentlich sind wir schon bei der Taufe „auferstanden“ und „neu geschaffen“ worden für das ewige Leben. Bei der Taufe ist das Leben Gottes unser Leben geworden, oder: unser Leben ist in das Leben Gottes hinein genommen worden. Wir sind durch die Taufe in der Tat ein „neue Schöpfung“ geworden. Unser Auftrag ist es nun, als „neue Schöpfung im Licht des Lebens zu wandeln“. Ein jeder glaubende Mensch erfährt in seinem Leben, dass dies nicht immer leicht ist. Der Mensch hat einen freien Willen und mit diesem kann er sich auch gegen Gottes Wirken stellen. Auch ist es nicht immer leicht, den Willen Gottes zu erkennen. Darum besingt es ein Lied so: „Welchen Weg sollen wir gehen? Welcher Weg ist richtig?“ Unser Gebet spricht davon, dass Gott uns dabei helfen soll. Wenn er uns seinen Geist schenkt, wenn er uns mit seinem Leben uns an sich bindet, werden wir auch mit IHM leben und und „im Licht des Lebens wandeln“ können. Es fallen mir Vergleiche aus der Tierwelt ein. Die Henne behütet ihre Küken. Der Vogel beschützt seine Jungen im Nest. Warum sollte Gott nicht auch uns Menschen zu Hilfe kommen, zumal, wenn wir IHN darum bitten? - Das Gebet möge unser Vertrauen auf Gott stärken. Hat er uns doch seinen Sohn aus Liebe zu uns Menschen als sterblichen Menschen geschenkt. Durch ihn können wir immerzu mit dem Vater im Himmel leben und IHM das Leben der Menschen empfehlen.